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Tatsächlich: Social Media lohnt sich

In einer Studie mit über 3.000 Unternehmen fand McKinsey heraus, dass sich der Einsatz von Social Media in Unternehmen tatsächlich lohnt. Für den Großteil der befragten Unternehmen zwar nur in geringem Maß, für einige Unternehmen jedoch signifikant. Auffallend, dass die Unternehmen, die Social Media intensiv einsetzen, in verschiedene Unternehmensbereiche integrieren und mehrere Medien nutzen, die größten Vorteile daraus ziehen. Wesentliche Vorteile der Social Media Nutzung sind

  • schnellerer Zugang zu Informationen
  • sinkende Kommunikationskosten
  • effektiveres Marketing
  • zufriedenere Kunden und Lieferanten

Diese Vorteile entfalten sich vor allem bei den Unternehmen, die sich sowohl intern als auch extern vernetzen. Interne Firmen-Wikis & Kompetenzprofile verbessern und beschleunigen die Kommunikation über Abteilungs- und Hierarchiegrenzen hinweg und  steigern die operativen Margen. Die gemeinsame Nutzung dieser Instrumente mit Partnern & Lieferanten verbessert und effektiviert die Prozesse der Zusammenarbeit. Der Grad der externen Vernetzung und die Vertiefung der Beziehungen zum Kunden beeinflusst die harten Kennzahlen wie Marktanteil und Betriebsgewinn positiv. Eine ausführlichere Beschreibung der Studie inkl. einiger Charts gibt es auf den F.A.Z.Blogs beim Netzökonom http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2011/01/18/social-media-lohnt-sich-fuer-unternehmen.aspx

Was für „PO“ (Profit Organisations) gut ist, kann für „NPO“ (Non-Profit-Organisations) nicht schlecht sein. Zumindest nicht, wenn es sich um Kommunikation, Information und den Aufbau von Beziehungen zu Unterstützern und Adressaten handelt. Welche Kraft die „sozialen Medien“ entfalten können, wenn es um soziales Engagement geht, zeigt sich gerade bei @manomama mit ihrem Aufruf für Elke & ihre Familie: http://www.manomama.de/blog/2011/01/18/hilfe-fur-elke-familie-mamapowers/ Innerhalb von drei Stunden kamen über 1.000 € zusammen … and counting. Ohne ihr hohes Maß an Vernetzung und die intensive Beziehung zu ihren Kunden, wäre dieses Ergebnis sicher nicht denkbar.

Die Vorteile der Social Media Nutzung gelten sowohl für Unternehmen als auch für Vereine und Organisationen. Und auch die Herausforderungen bei der Einführung und dem Einsatz ähneln sich: Abbau von Hierarchien, Flexibilisierung von Prozessen, Integration ins Tagesgeschäft … Es braucht Lernbereitschaft und den Willen zu Veränderungen. 

5 Fundraisingtrends für gemeinnützige Organisationen in 2011

Immer zum Jahreswechsel schießen die Prognosen und Trends für das kommende Jahr aus dem Boden. Angeregt durch einen Link bei fundraising2.0 habe ich mir die Punkte rausgesucht, die imho im Fundraising und der Arbeit gemeinnütziger Organisationen die Trends des vor uns liegenden Jahres sein werden. Gut gelegen kam mir dabei auch der „Was geschah 2010 im sozialen Sektor?“ auf dem Blog des betterplace-lab. Die Trends sind subjektiv und sicher nicht vollständig. Weitere Trends oder Meinungen dazu können gern als Kommentar hinterlassen werden.

  1. Online-Fundraising wird immer bedeutender
    Bisher hat nur ein kleiner Teil der gemeinnützigen Organisationen Online-Fundraising erfolgreich eingesetzt oder es zumindest ernsthaft versucht. Während face-to-face Fundraising immer unpopulärer wird, führt mit der steigenden Anzahl an Spenden- und Kampagnen-Plattformen sowie der wachsenden Aufmerksamkeit auf diesem Bereich, fast kein Weg mehr daran vorbei. Neben den deutlich geringeren Kosten gegenüber Direktmailings, fallen Online-Spenden signifikant höher aus („Spendenmarkt Deutschland“). Hinzu kommen Skaleneffekte und die direkte Verbindung mit den Unterstützern über die sozialen Medien.
  2. Soziale Medien werden ernstgenommen
    Die direkte Kommunikation mit den Unterstützern ist die Schlüsselkompetenz und wird immer mehr als solche erkannt. Organisationen, die Verantwortlichkeiten für das Community-Management schaffen und ihre Social Media Präsenz(en) in ihre Kernaktivitäten integrieren, werden dem gerecht. Unterstützer wollen informiert und beteiligt werden und aus der „Crowd“ können neue Impulse oder Lösungen hervorgehen. Ziel der Kommunikation sollte dabei immer sein, Vertrauen und Bindung aufzubauen.
  3.  Insbesondere kleine Organisationen setzen auf Vertrauen
    Während große Organisationen auf Ihre Bekanntheit und Reichweite setzen können, kommt es für kleine Organisationen immer mehr darauf an, Vertrauen und langfristige Beziehungen mit Ihren Unterstützern aufzubauen. Sowohl on- als auch offline investieren Organisationen in vertrauensbildende Maßnahmen und schaffen Identifikationsangebote. So werden aus Spendern echte Unterstützer und Botschafter.
  4. Unterstützer werden zu Botschaftern, Fundraisern und Organisatoren
    Das Potential von Unterstützern, die hinter einer Organisation stehen, ist enorm. Immer mehr Organisationen erkennen und nutzen es. Enthusiasmus ist ansteckend und die Verbreitung über persönliche Empfehlungen hat eine hohe Relevanz. Unterstützer, die selbst aktiv werden, lokale Events und Aktionen organisieren oder sich daran beteiligen, sind unbezahlbar. Was sie benötigen sind Informationen, Unterstützung und Vertrauen – und Kampagnen, die sie zum Aktivwerden einladen und motivieren. 
  5.  Unternehmerische Ansätze gewinnen an Bedeutung
    Neben den Dauertrends Monitoring und Erfolgsmessung von Kampagnen und Organisationsarbeit spielen Social Businesses und Social Entrepreneurship eine immer größere Rolle. Wesentliche Elemente sind Abkehr von klassischen Non-Profit Strukturen hin zu finanzieller Tragfähigkeit und Unabhängigkeit. Im Mittelpunkt stehen die gesellschaftlichen Herausforderungen, Gewinnerzielungsabsichten spielen keine Rolle. Mit enorm gibt es seit 2010 das erste Magazin, dass sich diesem Thema annimmt und mit startnext.de ist die erste Crowdfundingplattform in Deutschland gestartet. Einzelne Projekte innerhalb der Organisationsarbeit können darüber finanziert werden oder Anschubfinanzierung erhalten.  

Zusammenfassend kann gesagt werden: erfolgreiches Fundraising 2011 ist persönlich, digital und integrativ. Für mehr Informationen zu Online-Fundraising, Social Media, Social Business und Social Entrepreneurship, nehmen Sie bitte Kontakt auf.

 

Crowdfundig zur Finanzierung sozialer und kultureller Tätigkeit

Auf arte.tv ist ein Beitrag über die amerikanischen Künstlerin Katie Armstrong veröffentlicht. Um die Teilnahme an einem internationalen Kunstprogramm in Leipzig zu finanzieren, fragte sie auf kickstarter.com, ob Jemand bereit ist, ihr zumindest einen kleinen Teil der Reise zu finanzieren und bietet ihre Kunst im Gegenzug dafür an. Sie erhielt vier mal mehr Geld, als sie angefragt hatte.

„Crowdfunding, das Begeistern einer anonymen Masse im Internet für die eigene Idee“  [Zitat aus dem Beitrag (erster Satz)]

Katie Armstrong zeigt, wie die Möglichkeiten des Web genutzt werden können, um kulturelles Schaffen zu finanzieren. Die Macht der Vielen zu nutzen und sich zu erschließen ist vielleicht die wichtigste Finanzierungsquelle für Social Entrepreneurship und Cultural Entrepreneurship.

Was es braucht, um mit Crowdfundig erfolgreich zu sein, kann man an Katies Beispiel schön sehen.

  • Sie ist in ihrem Video authentisch und sympathisch. Und sie stellt sich und ihrer Kunst vor. (Teile des Videos im Beitrag). Es geht darum, sich und das eigene Schaffen zu vermitteln. „Wer möchte Geld und für was?“ Diese Fragen gilt es zu beantworten.
  • Sie bietet als „Dankeschön“ an: ein Libretto mit einem Essay von ihr, Pins, ein T-Shirt, eine DVD … Dinge, die sie selbst gestaltet hat bzw. die in Zusammenhang mit ihrer künstlerischen Tätigkeit stehen. Es geht darum, etwas als Gegenleistung anzubieten, dass einen direkten Nutzen für die Unterstützer hat und mit dem eigenen Schaffen in Verbindung steht.
  • Was man im Beitrag nicht sieht, Katie postet regelmäßig Beiträge auf ihrem Blog. Worum es geht, wird von Anna Theil von startnext.de angesprochen: Kommunikationskanäle nutzen und „Eigenmarketing“ betreiben. Je mehr Fans, Freunde und Follower man hat, desto mehr potentielle Geber können auf die Aktion aufmerksam werden.
  • Denn was man auch im Beitrag nicht sieht: kickstarter.com hat täglich 2,5 Mio Seitenaufrufe. Die Chance, hier schon potentiell Untersützer zu finden ist um ein vielfaches höher als auf startnext.de, der ersten deutschen Crowdfundig Plattform (unter 10.000 Seitenaufrufe pro Tag). startnext.de ist erst seit Oktober diesen Jahres richtig einsatzbereit und Crowdfunding ist in den USA bereits etabliert. Umso wichtiger ist es, Unterstützer aus den „eigenen Reihen“ zu motivieren. [Zahlen via http://www.checkwebsitestats.com]

Unterstützer motivieren und etwas anbieten, dass die Unterstützer gebrauchen können – das ist im Grunde nichts anderes als ein Produkt haben bzw. herstellen und Käufer dafür finden. Nur dass hier nicht das Produkt sondern die soziale bzw. künstlerische Tätigkeit im Vordergrund steht. Entrepreneurship dreht sich immer um die Frage: Was kann ich mit meiner Tätigkeit erzeugen, wofür andere bereit sind, Geld auszugeben? Diese Frage ist nicht immer leicht zu beantworten, für Cultural Entrepreneurs meist leichter als für Social Entrepreneurs, aber es gibt immer eine Antwort darauf. Wer Unterstützung bei der Suche nach einer Antwort möchte, kann über hallo@nettberaten.de gern Kontakt aufnehmen.

Nicht für alle Projekte und Unternehmungen ist Crowdfunding die beste Finanzierungsmöglichkeit, aber viele können darüber (teil)finanziert werden. Gerade für kleinere und zeitlich begrenzte Projekte oder für Unternehmungen in der Anfangsphase ist es eine echte Chance.