Schlagwort-Archiv: Dresden

It’s the story, stupid!

zuerst erschienen auf http://blog.acceleratingtransitions.eu

“There’s always room for a story that can transport people to another place.”
― J.K. Rowling

Stories are what we depend on. Stories about life, earth and universe, about right and wrong, possible and not possible and how society works. They teach us how to behave and they mirror us to let us learn who we are. They can give us motivation and inspiration. Stories can let us dream and make us believe. They give us a smile or let us cry – sometimes because of their beauty.

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Catch the change – Erzähle die Geschichten des Wandels

zuerst erschienen auf http://artsblogdresden.de

Zwischen den kleinen und großen Geschichten des Lebens wächst unsere Kultur am Wegesrand. Oft genug handeln die Geschichten, die uns durch Fernsehen, Zeitungen, in Schulen oder Universitäten erreichen, von leeren und abgenutzten Ideen des Glücks. Die Bestseller bleiben: Freiheit durch Karriere, Selbstverwirklichung durch Konsum und endloses Wachstum. Auf unserem Weg begegnen wir aber auch Menschen, die uns Mut machen und uns inspirieren. Für einen Moment lassen sie uns einen Blick über den Horizont werfen.

Wer inspiriert Dich? Welche Geschichten willst Du erzählen?

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City of Contradictions

zuerst erschienen auf http://blog.acceleratingtransitions.eu

Living in Dresden at these times is like sitting in a big washing machine that runs continuously but rapidly switches programs by random. It changes from warm clear water during the rinse cycle to a cold dirty broth at once. A gently swing is followed from the cycling spin. Here you feel cozy in softened water – next moment you get an ice-cold flush. The city simmers and vibrates and seems to tear apart.

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Die Kunst geht nach Brot … u.U.

Kunst und Kommerz, Künstler und Knack – mit diesem Spannungsfeld setzte sich in diesem Jahr der Cynal e.V. auseinander. Begleitend zur zweiten Ausgabe des #CYNAL Magazins wurden die darin präsentierten, klug ausgewählten Künstler und ihre Arbeiten in einer fünfwöchigen Wechselausstellung vorgestellt – passenderweise in einem Tempel des Konsums, der Centrum Galerie Dresden. Während meiner Aufsichtszeiten konnte ich beobachten, Meinungen einfangen und Gedanken auf mich wirken lassen.

Die Heidi-Crew um Iven Einszehn eröffnete die Ausstellung mit einer Kunstexplosion. Drei Tage, vier Nächte, mehr als achtzig Arbeiten und ein, mit Ausnahme der Decke, komplett gestalteter Raum. Chaos, Antiästhetik, Information Overload. Ein fast schon schreiender Gegensatz zu den sorgsam gestalteten und auf maximale Gefälligkeit getrimmten Schaufenstern und Auslagen des Centers. Neugier und Interesse, aber oft auch Distanz, Kopfschütteln und Ablehnung bei den Passanten.

#CYNAL02 - Aussenansicht Kunstexplosion - Foto: Peter Zimolong

#CYNAL02 Kunstexplosion – Foto: Peter Zimolong

Was ist Kunst? Was darf Kunst? Welchen Sinn, Zweck und Wert hat sie für die Gesellschaft? Und anders gefragt: In welcher Pflicht sind die Künstler, diesen Sinn, Zweck und Wert an die Gesellschaft zu vermitteln? Reicht die Auspreisung („5 Euro, genagelt 8 Euro“ Iven Einszehn) oder ist für die Wertver- und -ermittlung der Zugangs- oder Anbiederungskoeffizient genauso wichtig wie die eigentliche Leistung des künstlerischen Schaffensprozesses? Sollte nicht beides zusammengehören?

Hermann Josef Hack geht nach Brot, beziehungsweise geht er dem Brot nach. Welche sozialen Auswirkungen haben Klimawandel, Nahrungsmittelspekulationen, Rohstoffausbeutung oder die Monopolisierung von Wasser? Und welche Rolle spielt die Kunst dabei? „Kunstsammler, woher stammt euer Kapital?“ lässt er seine Brote Armee Fraktion fragen. Seine Malereien auf Zeltplanen stellen unbequeme Fragen und sind weit davon entfernt, sich als kommerziell zu verdächtigen. „Danke 2050“ – der Künstler spricht und interagiert mit der Gesellschaft, hat etwas mitzuteilen, entkoppelt sich und seine Kunst nicht. Wie auch Sibylle Feucht, die ihren Blick dahin wendet, wo kein Brot zu holen ist und die Gesellschaft nicht hinschauen mag: auf Obdachlosenschlafplätze.

#CYNAL02 - Innenansicht, Hermann Josef Hack - Foto: Peter Zimolong

#CYNAL02 – Hermann Josef Hack – © Peter Zimolong

Was ist Kunst? Was ist die gesellschaftliche Aufgabe der Künstler? Wie kann und sollte die Gesellschaft Künstler in die Lage versetzen, dieser Aufgabe nachzukommen? Wenn es ein Wesen der Kunst ist, unbequem und zweifelnd zu sein, hinterfragend und kritisch betrachtend, kann die Sicherung der Künstlerexistenz nicht „dem Markt“ überlassen werden. Es trägt die Gesellschaft die Verantwortung dafür, dass Künstler sein können, was Kunst sein soll.

Da ich nicht alle Künstler und Werke aufzählen kann: Die Dokumentation der Ausstellung sowie die Künsterportraits sind auf cynal.de zu finden, das #CYNAL02 Magazin kann hier bestellt werden, zum Beispiel um an Weihnachten etwas Muße zu verschenken.

Die meditativen und filigranen Arbeiten von Alexandra Karrasch manifestieren vor allem eins: Zeit. Brot, das am Baum gewachsen ist, Gebilde, zusammengesteckt aus Eierschalenfragmenten, drahtgehäkelte Wandarbeiten, dreidimensionale Worte aus geschichteten Silikonlinien. Der Künstler ohne Druck und Zeitnot, Kontemplation als elementare Bestandteile des Produktions- und Rezeptionsprozesses. In einer Gesellschaft, in der Zeit Geld ist, die nach Stressresistenz strebt und dem Burnout entgegenläuft, ein Luxus, zu dem längst nicht mehr alle Zugang haben.

#CYNAL02 - Baumbrot und geschichtete Worte, Alexandra Karrasch - © Peter Zimolong

#CYNAL02 – Alexandra Karrasch – © Peter Zimolong

Ist Kunst, was Künstler als Kunst deklarieren, Betrachter als Kunst akzeptieren, Galeristen als Kunst kommissionieren oder Käufer als Kunst konsumieren? Ich halte die Frage für falsch gestellt. Kunst ist – und fragt uns, wie wir mit ihr umgehen, welchen Wert wir ihr beimessen, wie viel Freiheit wir ihr zur Verfügung stellen. Und sie fragt die Künstler, wie viel Wert sie ihr bemessen – ob sie sich als Teil der Gesellschaft empfinden, sie die Verantwortung für ihr Schaffen übernehmen und die Vermittlung als Teil ihrer Tätigkeit sehen, oder ob sie sich entkoppeln und, im Geiste Onans, Kunst als Selbstzweck und Verweigerung produzieren.

Gesellschaft und Künstler sind aufeinander angewiesen. Die Gesellschaft gibt das Brot für die Künstler, die, aus sich heraus, Kunst in ihrem Kontext schaffen, sie skizzieren und reflektieren, stabilisieren oder verändern. Ohne Vermittlung entbehrt diese jedoch der Übergabe und erzeugt nicht den Wert, der das Brot rechtfertigt.

Der Kunst ist es freigestellt nach nach Brot zu gehen. Den Künstlern ist es das per se nicht.

Mission: Transition

Seit über 2 Jahren gibt es eine Transition Town Gruppe in Dresden (hauptsächlich präsent durch die Website http://dresden-im-wandel.de). Immer mal wieder taucht die Frage nach dem Selbstverständnis, der Haltung und den Zielen dieser Gruppe auf, sowohl von Außenstehenden als auch bei den Mitgliedern untereinander. Als Teil dieser Gruppe möchte ich mich zu dieser Frage und Thematik etwas ausführlicher äußern.

Für mich ist Transition schon mal nichts, was sich in wenige Worte fassen lässt – und das finde ich auch gut so. Es beinhaltet so viele Dimensionen und Bereiche, dass der Versuch einer Definition oder Beschreibung mit wenigen Worten es nur unnötig einengen würde. Verbindendes Element ist der Wandel hin zu einer nachhaltigen und resillienten Lebensweise: lokal, bio, fair, ressourcenschonend, selbstgemacht, ganzheitlich, sozial, achtsam – um ‚Transition‘ mit ein paar Schlagworten zu versehen.

„Die Zukunft ist unter der Diktatur der Gegenwart abhanden gekommen.“ ** S.27

Peak-Oil, Klimawandel oder Wachstumsgrenzen spielen für mich eine eher nebengeordnete Rolle. Wichtiger sind mir die Motivatoren auf der persönlichen Ebene: Selbstverantwortung, Selbstentfaltung, soziales Eingebundensein. Ich bin selbst weder im Gartenbau aktiv, noch handwerklich sonderlich begabt, ich weiß nicht viel über alternative Energieerzeugung und kann weder Ver- noch Gebrauchsgüter selbst herstellen. Mich interessieren Prozesse und Verfahrensweisen – nicht der (persönlichen) Anwendung willen sondern der übertragbaren Muster wegen. Mich interessieren die Intentionen und Motivationen der Menschen, die Wandel aktiv gestalten, und mich treibt die Frage um, wie andere Menschen aktiviert und befähigt werden können, Teil dieses Wandels zu werden. Was braucht es, um die Zukunft selbst zu gestalten? Auf diese Frage suche ich antworten, denn auf Impulse oder gar Weichenstellung von politischer Seite wird die Welt wohl noch lange vergeblich warten.

„Die Konsumchance des Augenblicks ist in einer Welt, die in Zukunft schlechter zu werden droht, äußerst attraktiv.“ ** S.35

Transition ist für mich vor allem eine Quelle von Geschichten und konkreten Möglichkeiten, wie wir – jede* Einzelne für sich – unsere Welt und unsere Zukunft gestalten können und nicht in Ohnmacht versinken ob der gewaltigen Probleme und Herausforderungen. Transition ist ein Portfolio von Aktivitäten, die individuelle Bedürfnisse befriedigen, Erfüllung bieten und Zukunft jenseits der Konsum- und Wachstumsdiktatur lebens- und erstrebenswert machen. Ein Mindset für all die, die keine Befriedigung in den bestehenden Zuständen finden und nach Wegen suchen, sich selbst und der Welt etwas Gutes zu tun.

„Das Leben verläuft im Indikativ und Konjunktive haben die Welt noch nie verändert.“ ** S.5

Transtion ist für mich eine undogmatische und positive Antwort auf die Frage „Was tun?“ – ohne zu missionieren und ohne zu fordern. Transition ist die Kunst, die großen gesellschaftlichen Konjunktive in kleine persönliche Indikative zu verwandeln: innerhalb meiner Interessen und Fähigkeiten Möglichkeiten zu finden mich davon zu befreien, wie ich sein müsste und mich dahin zu verWANDELn, wie ich sein will.

„Fehler lassen sich nicht vermeiden, sie sind Wegmarken auf dem Pfad zu einer besseren Praxis“ ** S.39

Brauchen wir als Transition Town Gruppe ein Selbstverständnis? Sicher, aber kein starres! Unser Selbstverständnis, unsere Haltung und unsere Ziele werden immer wieder neu verhandelt, sonst könnten wir der Dynamik der Bewegung, der Gruppen und der einzelnen Akteure nicht Rechnung tragen. Vor noch nicht allzu langer Zeit habe ich darüber anders gedacht, und ich möchte nicht ausschließen, dass nicht wieder der Zeitpunkt kommt, an dem ich mir wünsche, in einem festen Rahmen konstituiert zu sein. Für den Moment aber meine ich, wir sollten unsere Unvollständigkeit feiern, die Chance nutzen Fehler zu machen, tun, was wir als nützlich, bereichernd oder erfüllend empfinden, dynamisch und wandlungsfähig sein – und uns selbst immer wieder mit einem Augenzwinkern fragen, ob wir gestalten oder nur Gestalten sind.

 

* Männlein, Weiblein und dazwischen
** Harald Welzer in Welzer/Rammler, FUTURZWEI-Zukunftsalmanach 2013 – mit besonderem Dank nach Hannover an Gert Schmidt, der mir dieses Buch nahegebracht und überlassen hat.

— Beitrag überarbeitet am 24.11.2013 —

Was uns gehört! – Reflexionen zum 5. Umundu-Festival

Vom 10. bis 19. Oktober 2013 fand zum fünften Mal das Umundu Festival für global nachhaltigen Konsum in Dresden statt. Der Themenfokus in diesem Jahr waren „Gemeingüter / Commons“. In über 70 Veranstaltungen – Vorträge, Filme, Workshops, Ausstellungen, Aktionen – wurde das Thema von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Das komplette Programm hier als pdf.

Wem gehört der Fisch?

Wie in den letzten Jahren auch, konnte ich leider nur einen ganz kleinen Teil der Veranstaltungen besuchen – und auch wie in den letzten Jahren haben es diese wenigen Veranstaltungen geschafft, mich zu inspirieren, zu motivieren und fühlen zu lassen, dass Bewusstsein für und Wille zu Veränderungen in unserer Gesellschaft wachsen – und wir das wirklich schaffen können!

Herausgeragt hat für mich gleich zu Festivalbeginn der Vortrag von Silke Helfrich „Commons – eine Erzählung für das 21. Jahrhundert“. In 4 lebendigen Geschichten erzählte sie, was Gemeingüter sind, welche Bedeutung sie haben und wie sie geschaffen, bewahrt und im besten Sinne genutzt werden können. Ein freier und lebendiger Vortrag, der nicht wegen des eigentlichen Inhalts sondern aus einem anderen Grund für mich besonders war: Es ging um die Bedeutung von Geschichten. Eingangs sagte sie sinngemäß: „Wir glauben alle an und wir leben alle nach Geschichten. Geschichten darüber, wie unsere Welt funktioniert. Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir Geschichten davon erzählen, wie es anders gehen kann.“

Das Thema „Storytelling“ beschäftigt mich schon eine Weile, aber erst da, in diesem Moment wurde mir die volle Macht und Bedeutung von Geschichten bewusst – und das hatte noch einen anderen Hintergrund: Einige Tage zuvor besuchte ich auf dem ersten Politikfestival in Paretz einen Workshop von Matthias Berg. Auch hier ging es um die Macht von Geschichten, nach welchen Mechanismen sie funktionieren, welchen Mustern sie folgen und welche Kraft sie auf Menschen entfalten. Es war faszinierend zu sehen, wie zum kommunikativen Kern einer Kampagne vorgedrungen wurde und wie aus diesem eine Geschichte erwuchs, die weit mehr transportierte als die rationalen Fakten, Motive und Begründungen, die die Kampagne unterstützenswert machten.

Wem gehört die Luft?

Silke Helfrichs Impuls, wie tief Geschichten unser Leben und unserer Gesellschaft prägen, verbunden mit der Fähigkeit, den Kern einer Neuausrichtung offen zu legen und diesen in eine neue Geschichte zu kleiden, die nicht nur den Kopf sondern die Herzen der Menschen erreicht, lässt die große Hoffnung, dass wir als Gesellschaft lern- und wandlungsfähig sind, in reale – fast greifbare – Nähe rücken.

Das alles hat erstmal nichts mit Gemeingütern zu tun und ich habe auch mehr oder weniger bewusst versucht, mich diesem Thema nicht zu sehr zu nähern. Mich beängstigt so schon, was ich über Luftverschmutzung, Bodenübernutzung, Überfischung, Meeresverschmutzung, Regenwald-Rodung oder Saatgutverordnungen weiß, dass ich vermutlich verrückt werden würde, ob der Sinnlosigkeit des dahinter stehenden Gewinnstrebens und der Hilflosigkeit, mit der mensch dem gegenübersteht. Wohltuend waren da die Utopien eines anderen Lebens, die in der Motorenhalle das Riesa efau gezeigt wurden oder die spürbare Motivation der Workhop-Teilnehmer zu alternativen Konsumkonzepten.

Gemeingüter gehören uns allen und wir können ihren Nutzen – für uns selbst – maximieren, in dem wir sorgsam und verantwortungsvoll damit umgehen. So wie das Umundu-Festival ein Gemeingut ist: von Bürgern initiiert, gestaltet, getragen, für Bürger, um sich zu informieren, inspirieren und motivieren zu lassen, um mitzufeiern und mitzugestalten. Impressionen sind unter anderem auf dem Umundu-flickr-Account zu finden oder in diesem Storify hier.

Wem gehört der Boden?

Ein Riesendank geht an all die Umunder@s, die mit ihrem Engagement und Herzblut dieses Festival wieder möglich gemacht und all die kleinen und großen Hürden gemeistert haben. Ich freue mich jetzt schon auf die Vorbereitungen und das Festival im nächsten Jahr mit Euch!

Nichts Neues!? – Gedanken zum 1. Stadtcamp Dresden

Nichts Neues ist es schon mal, dass ich mich mit der Formulierung eines Resumees zum StadtCamp Dresden schwer tue. Ein Indiz dafür, dass ich ohne konkrete Ergebnisse oder einen vorherrschenden Eindruck herausgegangen bin. Natürlich bin ich im Nachhinein klüger, schon alleine um die Erfahrung und es sind viele Eindrücke geblieben. Da ich schon mehrere Barcamps besucht habe und den Freiraum Elbtal schon eine Weile kenne, war ich nicht ohne Erwartungen. Manche wurde übertroffen, manche Erwartung hat sich erfüllt und manche nicht (was durchaus zu hoffen gewesen war – Dauerregen zum Beispiel). Nichts Neues also.

Als Pauschalfazit wäre es aber deutlich zu kurz gegriffen und würde den beiden Tagen nicht gerecht. Zumal das StadtCamp an sich ja schon etwas Neues war, ein StadtCamp gab es bisher noch nicht. Auch für viele Teilnehmer* wird so manches neu gewesen sein: das erste Barcamp, das erste mal selbst eine Session angeboten oder initiiert, das erste mal im Freiraum Elbtal – und neue Ideen, Aspekte oder Perspektiven aus den Sessions und Gesprächen.

Auch wenn “Stadt” nicht gerade mein Thema ist und ich wenig Substantielles dazu beitragen kann, habe ich als “Stadtmensch” eine Kompetenz als Betroffener, habe Wünsche und Anforderungen an “meine” Stadt, die ich formulieren und mit denen anderer Teilnehmer* in Beziehung setzen konnte. Stadt ist nicht nur der Raum, sondern auch das Dazwischen, die sozialen Verflechtungen der Menschen, die den Raum füllen. Stadt ist ihre Bewegung, ihre Versorgung, ihr Miteinander. Wie können wir Stadt neu denken? Wie wollen wir unsere Stadt im Jahr 2030? Aber auch die aktuellen Themen: Freiraum Elbtal, Bandhaus Reick, Urbane Gärten, uvm.

Themen, die nicht ohne andere Akteure, (Verwaltung, #StaDDrat, Eigentümer), behandelt werden können. Eine Herausforderung liegt darin, in einen Dialog zu gehen und ihre Sichtweisen zu verstehen. Wenn wir glauben Veränderungen ohne oder gar gegen sie bewirken zu können, werden wir es sehr schwer haben. Man konnte nicht davon ausgehen, dass – mit zwei Ausnahmen  Applaus! – Vertreter* anderer Einflussgruppen (Wirtschaft, Tourismus, Verkehr, Verwaltung, Politik) zum StadtCamp finden. Insofern ist es nichts Neues, dass kein interdisziplinärer Dialog möglich war.

Trotz des hervorragend vorgetragenen Manifests, echte Aufbruchstimmung kam bei mir nicht auf. Aber ich habe viel Interesse und den Willen zur Teilhabe und Mitgestaltung gesehen. Wenn sich aus den Sessions und Gesprächen die Erkenntnis herausbildet, dass Vernetzung und Kooperation nicht nur sinnvoll sondern notwendig ist, und dass empathischer Dialog und konstruktiver Diskurs mit allen Einflussgruppen geführt werden muss (auch mit denen, mit denen man persönlich nicht sympathisiert), um Veränderungen im Stadtraum zu bewirken, kann aus diesem StadtCamp viel Neues hervor gehen.

Ich persönlich wünsche mir eine Fortsetzung und damit stehe ich sicher nicht alleine da. Und ich wünsche mir ein breiteres Teilnehmer*feld (wenn wir schon mal beim Wünschen sind) mit mehr Input aus und Diskurs mit den verschiedenen Einflussgruppen. Wir (“Dresden”) können zeigen, dass mit einem offenen Format wie dem Barcamp ein Ideen- und Wissenstransfer möglich ist, der Veränderungsprozesse initiiert oder optimiert, konkrete Projekte anstößt und “die Stadt” mit “den Bürgern” näher zusammenbringt – das wäre dann wirklich etwas Neues.

* Männlein, Weiblein und dazwischen

 

Hier noch mein PresencingStatus

Good:

  • neue Gesichter und viele Erstkontakte mit Barcamp oder Freiraum Elbtal
  • Suuuuuper Organisation!
  • hohe Dynamik und Beteiligungsbereitschaft

Tricky:

  • wenige Einflussgruppen / geringer Wirkkreis
  • Verhältnis Gesprächsrunden zu Input-Sessions (hätte mir mehr Informations- und Wissenstransfer gewünscht)
  • die eigene Session (Samstag, hab ich vergurkt)

Learnings:

  • Meta-Ebene (Was + Wie = Warum) muss trainiert werden
  • Formulieren der eigenen Position schwierig aber wichtig
  • Vernetzung und Netzwerkarbeit “ausbaufähig”

Next Steps:

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Blog des Stadtcamp Dresden im Mai 2013. http://www.stadtcamp.de/nichts-neues/223

stARTcamp Dresden – Dankeschön und auf Wiedersehen!!

Besser spät als gar nicht kommt hier meine Nachlese zum ersten stARTcamp Dresden am letzten Wochende: Schön wars und vor allem informativ!

Zunächst geht ein großer Dank an Steffen Peschel für die Initiative und Organisation sowie an Frank Tentler und Christian Hennerfehr für ihr persönliches Engagement, das diese Veranstaltung erst möglich gemacht hat. Als Organisationspartner freue ich mich natürlich um so mehr, dass alles gut über die Bühne ging und hoffe, dass alle Anwesenden neben vielen Informationen, neuen Kontakten und Impulsen einen guten Eindruck mitgenommen haben.´

Wie es sich für eine Veranstaltungspremiere gehöhrt, lief natürlich nicht alles optimal, so dass es – neben all den positiven Rückmeldungen – einen weiteren Ansporn gibt, im nächsten Jahr wieder ein stARTcamp stattfinden zu lassen. Schließlich lernt man am Besten aus Fehlern und Feedback … und aus dem Machen. Und das ist beim Umgang mit Social Media auch nicht anders.

Was ich mitgenommen habe: Es war eine gute Entscheidung, kein reines Barcamp zu veranstalten. Einige Teilnehmer nahmen zum ersten Mal an einem etwas offeneren Konferenz-Format teil. Ein bisschen mehr Informationen über das Barcamp-Format und etwas mehr Programm-Freiraum zur Eröffnung hätte es aber doch sein können. Die Spontan-Session der Städtischen Bibliotheken Dresden war dann – für mich – auch eine der spannensten, weil an einem realen Beispiel konkreter Informationsbedarf bestand und dadurch die Frage „Wie baue ich eine Social Media Präsenz auf?“ beleuchtet wurde.

Bemerkenswert auch, dass die Session von Bernhard Kelz zu den rechtlichen Aspekten bei der Nutzung von Social Media ein reges Interesse mit vielen konkreten Fragen hervorbrachte. Leider lief meine Session parallel, so dass ich selbst nicht dabei sein konnte. Aber vielleicht kann man dazu ein erstes stARTtogether in Dresden machen? Ich würde mich freuen und weitere Interessenten können sich dazu gerne bei mir melden.

Was mir bei meiner Session wieder aufgefallen ist: Entrepreneurship im sozialen und kulturellen Bereich erfordert einen Perspektivwechsel der für viele Vereine und Organisationen nicht einfach nachzuvollziehen ist. Die eine Sicht ist, wen man mit seiner sozialen oder kulturellen Arbeit erreichen will, die andere Sicht ist, wer davon profitiert oder zumindest daran partizipiert. Grundsätzlich sollte sich aber immer die Frage gestellt werden, mit wem man wie kooperieren kann, um gemeinsam mehr zu erreichen!

Und so schließt sich auch der Kreis zum stARTcamp: Das Social Web funktioniert nicht mit Konkurrenzdenken. Der Mehrwert entsteht aus der Vernetzung. In diesem Sinne, bis nächstes Jahr zum stARTcamp’12 in Dresden.