Crowdfundig zur Finanzierung sozialer und kultureller Tätigkeit

Auf arte.tv ist ein Beitrag über die amerikanischen Künstlerin Katie Armstrong veröffentlicht. Um die Teilnahme an einem internationalen Kunstprogramm in Leipzig zu finanzieren, fragte sie auf kickstarter.com, ob Jemand bereit ist, ihr zumindest einen kleinen Teil der Reise zu finanzieren und bietet ihre Kunst im Gegenzug dafür an. Sie erhielt vier mal mehr Geld, als sie angefragt hatte.

“Crowdfunding, das Begeistern einer anonymen Masse im Internet für die eigene Idee”  [Zitat aus dem Beitrag (erster Satz)]

Katie Armstrong zeigt, wie die Möglichkeiten des Web genutzt werden können, um kulturelles Schaffen zu finanzieren. Die Macht der Vielen zu nutzen und sich zu erschließen ist vielleicht die wichtigste Finanzierungsquelle für Social Entrepreneurship und Cultural Entrepreneurship.

Was es braucht, um mit Crowdfundig erfolgreich zu sein, kann man an Katies Beispiel schön sehen.

  • Sie ist in ihrem Video authentisch und sympathisch. Und sie stellt sich und ihrer Kunst vor. (Teile des Videos im Beitrag). Es geht darum, sich und das eigene Schaffen zu vermitteln. “Wer möchte Geld und für was?” Diese Fragen gilt es zu beantworten.
  • Sie bietet als “Dankeschön” an: ein Libretto mit einem Essay von ihr, Pins, ein T-Shirt, eine DVD … Dinge, die sie selbst gestaltet hat bzw. die in Zusammenhang mit ihrer künstlerischen Tätigkeit stehen. Es geht darum, etwas als Gegenleistung anzubieten, dass einen direkten Nutzen für die Unterstützer hat und mit dem eigenen Schaffen in Verbindung steht.
  • Was man im Beitrag nicht sieht, Katie postet regelmäßig Beiträge auf ihrem Blog. Worum es geht, wird von Anna Theil von startnext.de angesprochen: Kommunikationskanäle nutzen und “Eigenmarketing” betreiben. Je mehr Fans, Freunde und Follower man hat, desto mehr potentielle Geber können auf die Aktion aufmerksam werden.
  • Denn was man auch im Beitrag nicht sieht: kickstarter.com hat täglich 2,5 Mio Seitenaufrufe. Die Chance, hier schon potentiell Untersützer zu finden ist um ein vielfaches höher als auf startnext.de, der ersten deutschen Crowdfundig Plattform (unter 10.000 Seitenaufrufe pro Tag). startnext.de ist erst seit Oktober diesen Jahres richtig einsatzbereit und Crowdfunding ist in den USA bereits etabliert. Umso wichtiger ist es, Unterstützer aus den “eigenen Reihen” zu motivieren. [Zahlen via http://www.checkwebsitestats.com]

Unterstützer motivieren und etwas anbieten, dass die Unterstützer gebrauchen können – das ist im Grunde nichts anderes als ein Produkt haben bzw. herstellen und Käufer dafür finden. Nur dass hier nicht das Produkt sondern die soziale bzw. künstlerische Tätigkeit im Vordergrund steht. Entrepreneurship dreht sich immer um die Frage: Was kann ich mit meiner Tätigkeit erzeugen, wofür andere bereit sind, Geld auszugeben? Diese Frage ist nicht immer leicht zu beantworten, für Cultural Entrepreneurs meist leichter als für Social Entrepreneurs, aber es gibt immer eine Antwort darauf. Wer Unterstützung bei der Suche nach einer Antwort möchte, kann über hallo@nettberaten.de gern Kontakt aufnehmen.

Nicht für alle Projekte und Unternehmungen ist Crowdfunding die beste Finanzierungsmöglichkeit, aber viele können darüber (teil)finanziert werden. Gerade für kleinere und zeitlich begrenzte Projekte oder für Unternehmungen in der Anfangsphase ist es eine echte Chance. 

3 Gedanken zu „Crowdfundig zur Finanzierung sozialer und kultureller Tätigkeit

  1. angelica laurencon

    Angesichts der finanziellen Misere vieler Kommunen und Regionen wird Crowdsourcing und Crowdfunding die einzige nachhaltige Lösung sein, um Kultur, Bildung und Landschaftsgestaltung "bürgernah" zu gestalten und dabei gleichzeitig kreativen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihr Potential weiterzugeben.

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  2. nettberaten

    @angelica: ein guter Punkt, der da angesprochen wird. Während der Bedarf immer größer wird, werden die öffentlichen Mittel immer knapper & Crowdfunding ermöglicht eine demokratische Verteilung und Bereitstellung von Mitteln. Aber wie es schon von Uwe in einem Kommentar auf den vorhergehenden Beitrag angesprochen wurde: Es wäre der falsche Ansatz und das falsche Signal, die öffentliche Hand aus der Verantwortung zu entlassen und Crowdfunding als Alternative zu öffentlicher Kultur- und Sozialförderung zu verstehen. Es kann, gesamtgesellschaftlich gesehen, nur eine ergänzende Finanzierungsquelle sein.Beispielsweise der laufende Betrieb einer kulturellen oder sozialen Einrichtung wird weiterhin über öffentliche Mittel finanziert werden müssen, da Crowdfunding keine konstanten Einnahmen sichern kann. Einzelnen Projekte oder Anschaffungen (wie z.B. Renovierung) können über Crowdfunding finanziert werden. Darüber hinaus schaffen Social Entrepreneurship & Cultural Entrepreneurship Möglichkeiten, von öffentlicher Förderung weiter unabhängig zu werden. Doch lassen sich diese auch nicht auf alle gemeinschaftlichen Bereiche ohne Weiteres anwenden.

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  3. angelica laurencon

    Wenn aufgrund von Crowdfunding Bürgerstiftungen entstehen, die dann die hoffentlich überschüssigen Beträge verwalten und daraus Erträge erwirtschaften, könnte Crowdfunding schon eine nachhaltige Re-Kapitalisierung werden. Crowdsourcing :The wisdom of the crowd: Crowdfunding: Creative commons Das bedeutet nicht, dass die Kommunen oder Politiker aus der Pflicht entlassen werden, sondern sie teilen effektiv die Entscheidungen mit den Betroffenen.Discuss – connect ´act?

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