Kategorie-Archiv: nettberaten

CSR in der Praxis (eine Polemik)

Moritz Delbrück schreibt in seinem Artikel CSR in der Praxis: der Scheinheiligkeit bitte endlich ein Ende!: „Man geht an das Thema CR/CSR vor allem so heran, dass mit möglichst wenig (womöglich schmerzhaftem) Einsatz möglichst viel Öffentlichkeitswirksamkeit erzeugt wird.“

Schaut man sich den Titel dieses Seminars und den Preise dafür an (inkl. 5-Gang-Dinner mit korrespondierenden Weinen, zzgl. Übernachtungskosten!), weiss man, was er meint.

Solange CSR auf diesem Niveau verstanden wird, fehlt die Grundlage für verantwortliches Handeln – Verständnis und Problembewußtsein. Die Maßnahmen sind halbherzig, oberflächlich und/oder Augenwischerei. Ganz besonders aber wird dabei die Chance verschenkt, verantwortliches Handeln als wichtigen Innovationsfaktor und potentiellen Marktvorteil zu erkennen. 

Setzt man sich ernsthaft mit verantwortungsvollem Handeln auseinander, erkennt man schnell: es gibt Pflicht und Kür. Die Pflicht ist: tue nichts schlechtes. die Kür ist: tue gutes.

Das, was gemeinhin unter CSR verstanden wird, ist nur die Pflicht. Ein Mindesmaß an Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und Umwelt zu tragen, sollte für jeden Menschen selbstverständlich sein, erst Recht für Führungskräfte in Unternehmen.

Nichts schlechtes tun, heisst, bei dem, was man tut, dieser Verantwortung gerecht zu werden: keine gesundheitsschädlichen Produkte (traurig, dass es erwähnt werden muss!), umweltverträgliche Produkte, faire Produktionsbedingungen und Handelsbeziehungen, ressourcenschonende und möglichst klimaneutrale Produktionsprozesse, Mitarbeiter als Menschen und nicht als Humankapital zu verstehen.

Leider ist es  noch nicht mal so, das die Pflicht erfüllt wird. Viele Unternehmen, die CSR einsetzen (die Terminologie ist schon falsch – CSR nimmt man wahr!), haben noch nicht einmal die Pflicht erfüllt und brüsten sich schon mit der Kür. Engagement da, wo es medienwirksam ist, business as usual ansonsten. In der Regel ist CSR eine Angelegenheit der Kommunikationsabteilung. Aber erst dann, wenn es Chefsache und in jedem Unternehmensbereich verankert ist, kann man von Pflichterfüllung sprechen.

Wir wissen, dass wir so wie bisher nicht weitermachen können, wir wissen, dass wir den Planeten aussaugen, soziale Verwerfungen produzieren und unsere Lebensgrundlage zerstören. Wer glaubt, diesen Herausforderungen mit ein paar halbherzigen Aktionen begegnen zu können, wird früher oder später merken, dass er falsch lag und auf der Strecke bleiben.

Wer sich jetzt den Herausforderungen stellt und nach Lösungen und Möglichkeiten sucht, wird Vorsprung an Wisssen und Glaubwürdigkeit erlangen, der sich schon innerhalb kurzer Zeit als bare Münze erweisen wird. Die Probleme werden nicht weniger, die Herausforderungen nicht geringer. Diese Erkenntnis setzt sich bei immer mehr Menschen durch: Bio, Fair Trade, klimaneutral, immer mehr Konsumenten honorieren verantwortliches Handeln.

Wenn Sie sich mit Ihrem Unternehmen der Herausforderung stellen möchten, vereinbaren sie einen Termin für ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch.

Social Business / gemeinwohlorientierte Geschäftsmodelle

Was früher als nicht realisierbar galt, ist heute etabliert und anerkannt: Gutes tun und dabei Geld verdienen. Dass das geht, hat bereits vor mehr 30 Jahren Muhammad Yunus gezeigt, in dem er Kredite an die Ärmsten vergab. Daraus entstanden ist die Grameen Bank – bis heute Leuchttum der Sozialunternehmen – die nach und nach weitere „Geschäftsbereiche“ (Kommunikation, Fischerei, Solar, IT etc.) eröffnete und dabei auch mit namhaften Konzernen kooperiert (Grameen Danone Foods, BASF Grameen Ltd, Adidas , IBM, OTTO etc.). Die Grameen-Aktivitäten zeigen, dass es sich nicht um Nischen oder Soderfälle handeln muss, sondern nahezu jede Unternehmung (Rüstung, Glücksspiel und Berufskriminalität mal ausgenommen) gemeinwohlorientiert ausgerichtet werden kann.

Social Business ist sozusagen CSR zu Ende gedacht. Die gesellschaftliche Verantwortung wird nicht nur vom Unternehmen wahr genommen, sondern sie wird – mit einem tragfähigen Geschäftsmodell verbunden – zum Hauptinhalt des Unternehmens.

Die Möglichkeiten, aus einem bestehenden Geschäftsmodell ein Social Business zu starten, liegen vor allem in den mittelbaren und unmittelbaren Beziehungen eines Unternehmens zu seiner Umwelt. Die Betätigungsfelder sind dabei so vielfältig wie die  gesellschaftlichen Mißstände, die es zu beseitigen gilt, angefangen von moderinisierungsbedürftigen Kindergärten und Schulen, über Beschäftigungs- und Integrationsangebote bis hin zu Armuts-, Gesundheits- oder Umweltprojekten. Je nach Aktionsradius des Unternehmens können Probleme im globalen, nationalen, regionalen oder lokalen Maßstab angegangen werden.

Beispielsweise können ein Gemüsehandel, eine Fleischerei und eine Bäckerei zusammen mit einer Ernährungsberatung eine Social Business für gesundes Essen an Schulen und Kindergärten starten, das an sozial benachteiligte Kinder vergünstigt ausgegeben wird. In Zusammenarbeit mit einem Sozialprojekt werden Langzeitarbeitslose oder Menschen mit Handicap beschäftigt und versorgt. Durch Kooperation mit einem Authohändler kann ein Lieferservice realisiert werden. Finanziert wird dies über den regulären Verkauf der Gerichte (z.B. Mittagstisch für Firmen) und über einen freiwilligen Aufschlag auf Produkte, die die Kooperationspartner verkaufen.

Gerade die Möglichkeiten zur Kooperation mit Akteuren aus anderen Branchen sind besonders spannend. Die Verständigung auf ein gemeinsames übergeordnetes Ziel wirkt wie ein Katalysator für Innovationen. Unterschiedliche Hintergründe, Erfahrungen und Herangehensweisen treffen aufeinander und werden – mit Blick auf die gemeinsame Sache – konstruktiv zusammen geführt. So entstehen innovative Lösungen und neue Ideen, die jeder der Beteiligten wieder vorteilhalhaft im eigenen Umfeld einsetzen kann. Neben diesem Prozess-Nutzen und dem guten Gefühl sind die Image-Aspekte ein großer Mehrwert. Den Ruf zu haben, ein „guter Unternehmer“ bzw. ein „gutes Unternehmen“ zu sein, ist mehr und mehr ein Wettbewerbsvorteil und wirkt sich positiv auf viele Bereiche des unternehmersichen Lebens aus.

Die wichtigste Voraussetzung, um mit einem Social Business gesellschaftliche Missstände nachhaltig zu beseitigen ist, wie bei jedem „Business“, mit Herzblut bei der Sache zu sein. Den richtigen und passenden Ansatz zu finden ist schon eine große Herausforderung und bis dieser tragfähig funktioniert, gilt es viele Hürden zu überwinden. Sollte Ihnen das Herz bluten, weil sie fühlen, dass sich hier oder da konkret etwas ändern muss und ändern lässt, vereinbaren sie ein kostenloses und unverbindliches nettberaten Erstgespräch.

 

CSR / verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln

CSR = Corporate Social Responsibility = Gemeinwohl-Verantwortung eines Unternehmens

CSR ist ein Thema, das auf Grund der Krisen und Veränderungen sowie des wachsenden Bewusstseins in der Bevölkerung, immer mehr auf die Unternehmensagenda rückt. Nicht mehr nur in Konzernen und international agierenden Unternehmen. Hier sind CSR- und Nachhaltigkeitsberichte für viele schon Standard (z.B. hier für 2008) und eine eigene ISO dafür (ISO 26000) wurde vor kurzem verabschiedet. Dass ihr Handeln dadurch tatsächlich nachhaltiger geworden ist, mag ich jetzt ungeprüft nicht unterschreiben.

Die „Strahlkraft“ internationaler Unternehmen mag groß sein, die tatsächlichen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sind eher gering. Der größte Teil wirtschaftlicher Aktivitäten entfällt auf kleine und mittelständische Unternehmen. Teilweise ist „CSR“ für sie selbstverständlich („CSR“ ist seit dem Mittelalter thematisiert), auch wenn sie es oftmals gar nicht wissen oder so nennen. Und sie könnten es effektiver und erfolgreicher einsetzen als so mancher Großkonzern, wenn sie es bewusst und ganzheitlich im Unternehmen verankern und offensiv damit umgehen.

Dass CSR Geld kostest und sich nur große Unternehmen so etwas leisten können ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass durch punktuelle Betrachtungen, unfertige Strategien und kurzfristige Handlungen aufgekommen ist und sich hartnäckig hält. Richtig ist: die Umstellung auf nachhaltige Prozesse und verantwortliches Handeln kann (muss aber nicht!) mit Investitionskosten verbunden sein. Doch diese sind immer

a) eine Investition in die Zukunft des Unternehmens und der Gesellschaft und

b) rechnen sie sich meist schon wieder nach kurzer Zeit, da an anderen Stellen Kosten reduziert werden und sich die Leistungsfähigkeit des Unternehmens und die Beziehungen zu den Kunden nachhaltig verbessern.

Darüber hinaus können auch Selbständige und Einzelunternehmer sehr wohl verantwortlich handeln (wie z.B. Pierre Tunger sehr schön zeigt).

Gerade in kleineren Unternehmen sind Veränderungen relativ schnell umsetzbar. Mitarbeiter können intensiv in die Veränderungsprozess integriert werden, Geschäftspartner sind oftmals näher am Unternehmen und können eingebunden werden, Entscheidungswege sind kürzer und Kunden gegenüber kann direkter kommuniziert werden. So werden weitere „Stakeholder“ beteiligt und motiviert, verantwortungsbewusst zu handeln. Darin liegt das wahre Potential zu einer nachhaltigen Veränderung unseres wirtschaftlichen Handelns.

Die Möglichkeiten und Vorgehensweisen zum Einsatz von CSR-Maßnahmen sind vielfältig und sollten immer an die individuellen Belange des Unternehmens angepasst werden. Auf nettberaten.de erfahren sie mehr über die Einführung von bzw. den bewußten Umgang mit CSR. Bei Interesse können sie gern einen Termin für ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch vereinbaren.

nettVorgestellt

Hallo liebe LeserIn,

sich zu Beginn vorzustellen ist immer ein netter Zug, daher möchte ich meinen ersten Blogeintrag auch genau dazu nutzen. 

Mein Name ist Sören Rogoll und ich bin seit ca. einem halben Jahr selbständig oder besser: ich versuche seit etwas mehr als einem halben Jahr selbstbestimmt zu arbeiten und dem, was ich tue irgendwie einen Sinn zu geben.

Ich bin nicht aus einer echten Chance heraus in die Selbständigkeit gegangen, die mir erste Aufträge und lukrative Kontakte geboten hat. Die Auslöser waren eine neunmonatigen Weltreise und die Erkenntnisse, dass Arbeit, mit der man sich nicht identifizieren kann, verschwendete Lebenszeit ist und das es so viel zu entdecken, zu lernen und zu tun gibt, dass man keine Lebenszeit verschwenden sollte.

Wir beschreiten neue Wege (Internet, Nanotechnologie, Gen-Forschung). Wir brauchen auch den Mut und den Willen, neu zu denken: Lösungen für globale Herausforderungen wie Hunger, Armut, Menschenrechte oder Klimawandel, Artenschutz und Atommüllendlagerung. Lösungen für einen konstruktiven globalen Dialog und die Einhaltung internationaler Vorschriften und Verpflichtungen. Wir brauchen nachhaltiges Denken und konstruktive Zusammenarbeit – angefangen im lokalen Bereich bis auf die globale Ebene – um Wege dafür zu finden. Nach dem, was ich momentan so erlebe, wird das nur unzureichend erkannt. Die Chancen, die darin liegen, sehen die wenigsten.

Formal bin ich Konzepter und Projektmanager für digitale Kommunikation (Applikationen, Websites, SocialMedia), aber ich stoße ständig auf nette Menschen, gute Ideen und interessante Ansätze, die unterstützt und vorangebracht werden sollten. Und ich sehe immer wieder Möglichkeiten, wie Verwerfungen in unserer Gesellschaft mit einfachen Mitteln angegangen werden können.

So kam es, dass ich begann, Geschäftsmodelle mit gesellschaftlichem Nutzen zu entwickeln, Dinge nachhaltig zu denken und neue Lösungsmöglichkeiten für bestehende Probleme zu suchen und zu finden. Damit Geld zu verdienen ist erstmal gar nicht so einfach, denn man muss Kunden finden, die sich darauf einlassen. Von den grundlegenden Problemen zu reden, verschafft einem meist interessante Gespräche aber keine Aufträge…

nettBeraten ist zum einen mein Dienstleistungsangebot an kleine und mittelständige Unternehmen sowie Selbständige, ihrer bestehenden Geschäftsmodelle so weiter zu entwickeln, sodass sie mit dem was sie tun Geld verdienen und etwas für das Gemeinwohl tun können. Sehr gern entwickle ich auch gemeinsam mit engagierten UnternehmerInnen Ideen und Projekte im Bereich SocialBusiness und Social Entrepreneurship.

Zum anderen baue ich ein Kompetenznetzwerk aus Menschen auf, die ihre Dienstleistungen und Produkte nach einem sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Geschäftsverständnis anbieten. Keiner kann alles allein und gemeinsam kann man (meist) mehr erreichen. Es gibt viele Bereiche in denen etwas getan werden muss und getan werden kann. Ich lade jeden herzlich ein!

Viele Grüße
sören rogoll